Hochzeit und Kind – die Schwierigkeiten bei der Organisation

Corina Lenzi heiratet dieses Jahr und ist dementsprechend mitten in den Vorbereitungen für ihren grossen Tag. Auf Zankyou teilt sie ihre Erfahrungen, die sie während der Hochzeitsplanung macht, mit anderen Brautpaaren. Im folgenden Artikel beschäftigt sie Corina mit den Schwierigkeiten bei der Organisation einer Hochzeit mit Kind:

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Auch wenn nach wie vor viele Paare heiraten wollen bevor die Kinder auf der Welt sind, gibt es doch immer öfter welche, die bereits vor der Hochzeit mit Nachwuchs gesegnet wurden. Wir gehören zu Letzteren. Wir kannten die Vorteile, die eine Trauung vor der Geburt mit sich bringt, jene Vorteile, die alle die werdenden Eltern auf das Standesamt lockt, um sich noch möglichst vor dem Geburtstermin zu vermählen. Wir selber fanden es allerdings zu stressig in der Schwangerschaft noch „schnell“ zu heiraten, nur um den bürokratischen Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen. An unserem Hochzeitstag wird unsere kleine Tochter anderthalb Jahre alt sein und ich frage mich seit unserer Verlobung wie wir ihre Betreuung organisieren sollen. Freunde meinen dazu immer „Du hast bestimmt jemanden in der Verwandtschaft, der sie dann ein bisschen nehmen kann.“, was ja grundsätzlich stimmt. Die Verwandten stellen sich wirklich alle ohne Widerspruch zur Verfügung, das war nie das Problem, aber wie soll das denn gehen? Im Verlauf der Planung habe ich die Möglichkeiten durchgespielt:

Szenario 1: Eine unserer Mütter nimmt die Kleine

Nachdem Grossmama ihr Enkelchen bei sich übernachten liess und sie am Morgen hübsch angezogen hat, fahren sie in die Kirche, wo sie dann zusammen Mama und Papa beim Heiraten zusehen. Danach geht es ohne den gewohnten Mittagsschlaf zur Location und – ja, und dann? Die Kleine geht um 20:00 Uhr ins Bett, eher früher. Also „gehen“ tut sie ja nicht, sie muss ins Bett gebracht werden. Aber wo? Also mieten wir ein Hotelzimmer für Grossmutter und Kind, damit sich dann die Brautmutter oder die Schwiegermama nach zwei Stunden feiern verabschieden und dem Baby beim Schlafen zusehen kann – wohl kaum.

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Szenario 2: Eines der Kinder spielt Babysitter

Wir wollen unserem Hochzeitstag geniessen können und möchten dementsprechend die Verantwortung so gut wie möglich abgeben. Deshalb planen wir die Nacht davor schon ohne unser Baby, damit dann der Morgen, wenigstens was die Kinderbetreuung anbelangt, stressfrei wird. Den Tag durch muss jemand die Verantwortung übernehmen können, der die Kleine dann von zu Hause in die Kirche und von da zur Location bringt. Danach natürlich wieder nach Hause, denn am Tag nach der Feier sind wir bestimmt zu wenig fit, um morgens um 7:00 Uhr schon wieder aus dem Bett zu hüpfen und mit dem Kind zu spielen. Alternativ organisiert man einen gut ausgeklügelten Ablöseplan, der nach unserem Geschmack aber etwas zu sehr wie ein Stafettenlauf ausgesehen hätte. Einem Teenager ein Baby in die Hand zu drücken und es dann zwei Tage und zwei Nächte später wieder in die eigene Obhut zu nehmen erschien uns nun doch etwas gewagt. Welche Möglichkeiten gibt es noch?

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Szenario 3: Wir engagieren einen professionellen Babysitter

Sollten wir einen Babysitter finden, dann bestimmt nur für den Tag, oder? Kommt die Betreuerin dann mit zur Hochzeit und bringt das Kind später am Abend zu uns ins Hotelzimmer, wo sie dann neben dem friedlich schlafenden Engelchen auf uns wartet? Das scheint mir eher suboptimal, da wir uns doch voll und ganz unserer Hochzeitsnacht widmen möchten, vom viel zu hohen Alkoholpegel ganz zu schweigen. Mein Mann sagte dazu nur: “Eltern müssen eben Kompromisse eingehen, so ist das nun mal.” und mit einem Schulterzucken war das Thema für ihn vom Tisch. Ich weiss er hätte damit leben können, wenn wir eine solche Kompromisslösung gefunden hätten, denn er nimmt die Dinge so wie sie sind – ach, wie ich das jeweils bewundere. Für mich kam das trotzdem nicht in Frage. Also überlegte ich mir ein Ping Pong Spiel zwischen meiner Mutter und dem Babysitter, um eine Art Nacht-Tag-Nacht-Ablösung zu generieren. Kompliziert, nicht? Aber Moment: Dann haben wir wieder das selbe Problem wie bei Szenario 1. Die Mutter kann nicht in der Location bleiben und muss (natürlich nüchtern) wieder nach Hause, um sich um ihre Enkelin zu kümmern.

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Anfangs schien alles bloss ein Kompromiss zu sein und ich war mit keiner der Optionen wirklich zufrieden. Mit der Zeit haben sich dann aber doch ein paar Möglichkeiten gezeigt, die ich mir als Kinderbetreuung am Hochzeitstag gut vorstellen kann:

  1. Ist eine Urgrossmutter am Fest anwesend, die gut mit Kindern kann? Oftmals sind die Urgrossmamas am Abend früher müde und erfreuen sich daran, ein kleines Kind ins Bett zu bringen, ohne noch mitten in der Nacht in der lauten Musik zu sitzen und bloss zu gähnen. Die Ablösung für später in der Nacht oder am nächsten Morgen kann dann auch flexibler gestaltet werden.
  2. Man wünscht sich die professionelle Kinderbetreuung als Hochzeitsgeschenk. Da es hierbei doch um viel Verantwortung geht und nicht jeder gerne früh wieder vom Fest verschwindet, für das er sich extra rausgeputzt hat, kann man sich eben genau das als konkretes Geschenk wünschen. Womöglich gibt es eine Freundin oder eine Cousine, die noch keine Idee für ein Hochzeitsgeschenk hat und dem Brautpaar eine spezielle Freude machen möchte.
  3. Ich dachte an ein Babyphon, damit alle an der Feier bleiben können und das Baby in Ruhe im Zimmer schlafen kann. So wie es zu Hause auch ist, wenn wir die Kleine ins Bett bringen und mit Freunden am Abend zum Beispiel auf dem Balkon sitzen. Aber leider gibt es weit und breit kein Babyphon mit ausreichender Reichweite. Aber bevor ich das Thema abhake eine zündende Idee: Zwei Handys, eines als Sender, das andere als Empfänger. Dann übernimmt jemand die Kinderbetreuung, der am selben Ort übernachten wird wie das Brautpaar und platziert neben dem im Hotelzimmer aufgestellten Kinderbett das Zweithandy, um dann das Kind zu hören sollte es aufwachen. Oder noch besser: Face-Time! So sieht man sogar was das Kleine macht. Beides geht zwar nur, wenn das Zimmer unmittelbar dort liegt wo die Feier stattfindet, damit das Kind im Ernstfall innerhalb einer Minute erreicht werden kann, aber für einige ist das schon eine gute Option.
  4. Die letzte Variante ist gleichzeitig die, für die wir uns schlussendlich entschieden haben: Meine Mutter sorgt für das Leibeswohl des Kindes am Hochzeitstag und trägt die Verantwortung für Mittagsschlaf & Co., am Abend dann kommt die Babysitterin hinzu und übernimmt die Kleine. Der springende Punkt: zusammen fahren die beiden zu uns nach Hause, wo unsere Tochter wie gewohnt vom Babysitter ins Bett gebracht wird. Mit unserem «Kindermädchen» haben wir Glück, denn ihr macht es nichts aus die Nacht bei uns auf dem Sofa und den Tag danach mit der Kleinen zu verbringen. Die Betreuung ist somit bis zum Nachmittag nach der Hochzeit gesichert und wir können entspannt unseren geplanten «Day-After-Wedding-Brunch» zu uns nehmen und uns von der Feier erholen, bis wir schliesslich wieder nach Hause fahren. Der grosse Nachteil dieser Lösung ist natürlich die hohen Kosten. Wir bezahlen für unsere Babysitterin, die ausgebildete Kindererzieherin ist, am Tag zwischen Fr. 23.- und Fr. 25.- auf die Stunde und in der Nacht Fr. 18.-, das summiert sich. Aber uns es das Wert, damit wir keinen Kompromiss eingehen müssen.
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Immer wieder fragte ich mich wie das an unserem Hochzeitstag im August dann aussehen wird, denn es kommt oft nicht alles wie man es plant. Von einigen Bräuten habe ich gehört, dass sie ihr Kind den ganzen Tag selber tragen durften, da es ausgerechnet an dem Tag nicht ohne Mama sein konnte. Andere erzählten mir, dass sie die Betreuung wegen einem Ausfall kurzfristig umplanen mussten. Obwohl sich solche Geschichten bekanntlich gut erzählen hoffe ich, dass bei uns alles rund läuft. Das Thema Hochzeit bleibt auf der ganzen Linie spannend und das wohl bis zum Schluss.

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