Inszenierte oder authentische Hochzeitsfotos? - Ein Profi gibt Expertentipps für die perfekte Hochzeitsreportage

Der Heiratsantrag ist kaum ausgesprochen, da befindet man sich auch schon mitten in den Hochzeitsvorbereitungen. Auf das Brautpaar kommen jetzt viele Aufgaben und Überlegungen zu. Natürlich müssen zunächst einmal Entscheidungen für die wichtigsten Eckpfeiler getroffen werden: „Wie wollen wir heiraten?”, „Wo wollen wir heiraten?”, „Wen laden wir ein?” Doch je näher die Hochzeit rückt, umso detaillierter werden die Fragestellungen – zum Beispiel, wenn es um die Beauftragung des Fotografen geht. Wünscht man sich eine fotografische Begleitung während des Hochzeitstags, so stellt sich die Frage, wie eine solche Reportage aussehen kann. Hochzeitsfotograf Guido Grauer gibt uns Einblicke in seine Auffassung von einer gelungenen Hochzeitsreportage.

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Foto: Guido Grauer

Erinnerungen an den schönsten Moment im Leben

Fragt man verheiratete Menschen nach dem schönsten Tag in ihrem Leben, so wird man in den meisten Fällen nur eine Antwort erhalten: „Meine Hochzeit!” Erinnerungen an diesen wichtigen Moment im Leben sollte man gut bewahren. Daher verwundert es auch nicht, dass sich die meisten Brautpaare für einen professionellen Fotografen entscheiden, der die schönsten Momente für sie im Bild festhalten und dabei nichts dem Zufall überlassen soll. Aber ist es das, was die Hochzeitsfotografie ausmacht? Sollte wirklich nichts dem Zufall überlassen werden, oder sind es gerade die ungestellten, nicht-inszenierten Aufnahmen, die uns am meisten berühren?

Hochzeitsfotograf Guido Grauer hat sich mit den unterschiedlichen Trends innerhalb der Hochzeitsreportage auseinandergesetzt und seinen klaren Favoriten gefunden. Er unterscheidet zwischen der „assisted Reportage”, bei der der Fotograf einzelne Situationen wie zum Beispiel den Ringtausch im kleinen Kreis nachstellt, und der „authentischen Hochzeitsreportage”, bei der sich der Fotograf im Hintergrund bewegt und die Geschichte ohne Inszenierungen und damit völlig authentisch wiedergibt. Portraits und Gruppenaufnahmen sind davon natürlich ausgenommen.

„Bei der „assisted Reportage” geht es darum, dem Glück auf die Sprünge zu helfen. Beispielsweise hat der Fotograf einen Quadratmeter Parkettboden im Auto, um die Brautschuhe und/oder den Brautstrauß entsprechend zu inszenieren. Weiterhin werden Szenen während des Tages nachgestellt und teilweise im kleinen Kreis wiederholt. Das Ziel besteht darin, den Moment jeweils so perfekt wie möglich darzustellen. Es ist also eine Mischung aus einer Inszenierung und einer realen Reportage.”

Der Moment, in dem die Anspannung vom Brautpaar abfällt: Das Lachen nach dem Ja-Wort. Foto: Guido Grauer
Foto: Guido Grauer

Die Intention der ursprünglichen, authentischen Hochzeitsreportage definiert Grauer dagegen so:

„Das Ziel bestand nahezu immer darin, mit Fotografien die Geschichte einer Hochzeit zu erzählen – so wie sie war, also eine authentische Hochzeitsreportage. Ich definiere den Begriff bis heute so und halte daran fest.”

Grauer rät seinen Brautpaaren zur authentische Reportage. Für ihn steht fest, dass es rückblickend nur die wahren Momente sind, die uns berühren. Mit einem gestellten Foto könne man nicht die Gefühlsregungen empfinden, wie sie bei der Betrachtung echter ungestellter Situationen entstehen:

„Es geht bei Hochzeiten ausschließlich um eins: um Emotionen. Die Realität ist meiner Ansicht nach ganz wunderbar und sie ist kraftvoll genug, um Menschen in ihren Bann zu ziehen. Ich liebe die authentische Reportage ganz genau deshalb! Ich möchte, dass meine Brautpaare im Kopf frei sind. Sie sollen den Tag so erleben als wäre ich als Fotograf nicht da.”

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Foto: Guido Grauer

Die Entscheidung für den richtigen Fotostil

Natürlich ist die Auffassung vom richtigen Fotostil wie alle anderen Entscheidungen auch eine ausschliesslich subjektive. Denn während dem einen bei der Betrachtung seines unerwarteten Gefühlsausbruchs während des Ja-Worts vor Rührung die Tränen in die Augen schiessen, so wird sich ein anderer vielleicht von seinem für die Nachwelt festgehaltenen Gesichtsausdruck peinlich berührt fühlen.

Es empfiehlt sich daher schon vor dem ersten Treffen mit dem Fotografen einige Überlegungen über seine individuellen Ansprüche an die Hochzeitsfotos anzustellen. Grauers Tipp für Brautpaare lautet dementsprechend:

„Ich empfehle im Grunde nur 2 Dinge: Es erleichtert vieles, wenn Paare sich im Vorfeld klar werden was für sie das Richtige ist. Wenn dabei eine Reportage herauskommt, empfehle ich neuerdings nur noch zusätzlich mit dem Fotografen darüber zu sprechen, ob es eine „echte“ Reportage ist, oder ob Teile nachgestellt werden.”

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Foto: Guido Grauer

Übrigens sollte man mit der Buchung seines Lieblingsfotografen nicht zu lange warten: Besonders für Hochzeiten in den Sommermonaten empfiehlt es sich, bereits 8 bis 12 Monate vor dem Hochzeitstermin Kontakt zu ihm aufzunehmen.

Lesen Sie auch: 6 Ratschläge, um während der Hochzeitsplanung nicht den Kopf zu verlieren!

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