13 traditionelle Hochzeitskleider aus aller Welt

13 traditionelle Hochzeitskleider aus aller Welt

Die Hochzeitskleider dieser Welt: Sie sind tief verwurzelt in der Kultur der Länder, der Regionen und Epochen. Sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch eine Verbindung zu unseren Wurzeln und sind es wert, gepflegt und überliefert zu werden.

13 traditionelle Hochzeitskleider aus aller Welt
Foto: unsplash
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In der Schweiz trägt die Braut für gewöhnlich ein weisses Kleid am schönsten Tag des Lebens. Doch in anderen Kulturen und Ländern ist dies nicht so. Traurednerin Stella Grammling durfte schon viele multikulturelle Hochzeiten begleiten und immer war sie zutiefst fasziniert von all den Traditionen, die bei einer Hochzeit gefeiert werden. Zusammen mit dem Makeup-Artist Shan, der selbst pakistanische Wurzeln hat, kam ihr eine Idee: Wie wäre es, einem breiten Publikum traditionelle Hochzeitskleider aus aller Welt zu zeigen? Gemeinsam wollen die beiden zeigen, wie wunderschön ein Hochzeitskleid aus Afghanistan ist, wie verschieden allein in Pakistan die Kleider sein können und was eine Braut in Turkmenistan trägt. Also durfte Traurednerin Stella Grammling immer wieder in neue Hochzeitskleider schlüpfen mit traditionellem Makeup und Frisur.  Und nun möchte sie all dies mit Ihnen teilen – lassen Sie sich in eine neue Welt entführen. Und bevor es losgeht – so sieht sie übrigens aus, wenn sie nicht gerade ein traditionelles Hochzeitskleid trägt:

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Foto: Michaela Terhorst Photography

1. Vietnam

Tôi cầu chúc hai bạn trăm năm hạnh phúc! Ich wünsche euch – 100 Jahre lang mögt ihr glücklich sein! So lautet ein Spruch, den man traditionell bei vietnamesischen Hochzeiten sagt. In Vietnam wird die Ehe als etwas ganz Besonderes gefeiert – und wichtiger noch: gelebt. Es gibt nicht viele Liebesgedichte, nicht viele romantische Sprüche. Man spricht nicht so viel über die Liebe, man lebt die Liebe und zeigt sich gegenseitig im Alltag: Du bist der Mensch, den ich jeden Tag mit all meinem Tun glücklich machen möchte, du bist der Mensch, der mich glücklich macht. Das Kleid, das man zur Hochzeit trägt, heisst “áo dài cưới” (sprich: Ao Sai cuoi). Ein áo dài ist ganz allgemein das eng anliegende, sehr hoch geschlitzte Kleid. Ein áo dài cưới ist ein Hochzeits-Ao Dai. Traditionell ist er rot oder ganz selten weiss und heutzutage ist dem Design keine Grenze gesetzt – es gibt Ao Dai in allen Stoffen und mit langen Schleppen  Die traditionell goldene oder rote Kopfbedeckung heisst Khan Dong. Die Haare werden dazu einfach lang und offen oder auch zu kunstvollen Hochsteckfrisuren in der Öffnung am Hinterkopf gesteckt.

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Foto: Indra Artelt; Makeup & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat

2. Turkmenistan

Zu Turkmenistan hat Stella Grammling eine besonders tiefe Verbindung – ihr Vater wuchs in der Hauptstadt Ashgabad auf. Ashgabad – das bedeutet „die Stadt der Liebe“, weil ihre Gründungslegende darauf beruht, dass zwei Liebende, die nicht zusammen sein durften, da sie verschiedenen Stämmen angehörten, hier auf der Flucht eine Wasserquelle fanden und so vor dem sicheren Tod gerettet wurden. Das Kleid auf dem Foto ist mehr ein Kleid für jeden Tag – auf dem Kopf tragen die unverheirateten Mädchen und Frauen die runde Kopfbedeckung mit dem hübschen Namen „Tjubiteika“ – die Muster der Tjubiteika sind wahrlich eine Wissenschaft für sich, abhängig von Region, Stammeszugehörigkeit etc. Das Muster auf dem Kleid ist typisch für den grössten Stamm in Turkmenistan – die Teke. Auch die Ohrringe sind Teil des typischen Schmucks – Silber, das feuervergoldet wurde mit roten Karneolen. Bei Hochzeiten ist die Braut mit einem Teppich bedeckt, da Teppiche in der turkmenischen Kultur einen hohen Stellenwert haben – als Schmuck, Investition und natürlich auch als Träger kultureller Identität.

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Foto: Indra Artelt; Makeup & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat

3. Afghanistan – ein traditionelles und ein modernes Kleid

Ein traditionelles afghanisches Kleid, das auch zur Hochzeit getragen wird, besteht aus einem Oberkleid, das bis etwas unterhalb vom Knie reicht, einer weiten Hose und meistens einem sehr locker über die Haare geworfenem Tuch. Der Schmuck einer Braut ist oft sehr reich und reicht von Kronen über prächtige Ketten und Armreife. Oft kann man als Name für diese Kleidung „Kuchi-Kleidung“ lesen. „Kuchi“ bedeutet auf Dari, einer der Hauptsprachen in Afghanistan: „diejenigen, die auf Wanderschaft gehen“ und weist damit auf die nomadischen Wurzeln. Auch wenn heute die meisten sesshaft sind, so ist der Begriff „Kuchi“ als ein Identifikationsmarker und Verbindung zu den Wurzeln erhalten geblieben. Bei Hochzeiten tauschen die Bräute oft die Kleider – neben dem traditionellen Kleid tragen sie auch ein weisses Kleid, dass wir auch aus unserem Traditionskreis kennen.

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Foto: Natalie Rehberger – Nuts Productions & Photography

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Zum Vergleich zeigt Stella Grammling Ihnen ein Bild von einem modernen afghanischen Hochzeitskleid. Der Unterschied besteht hauptsächlich darin, dass das Kleid hinten eine lange Schleppe hat – daran erkennt man auch, wie schön traditionelles Design immer wieder neu erfunden und durch neue Mode beeinflusst.

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Foto: Catching Moments; Pferd: Kimberly Jäger, Reitschule Jäger

4. Iran – die Hochzeitskleider der Qashqai

Über die Hochzeitskleider im Iran zu schreiben würde laut Stella Grammling einen eigenen Artikel fordern. Da es im Iran viele Regionen gibt mit eigenen Völkern, gibt es entsprechend viele verschiedene Kleider und Traditionen. Hier soll ein Kleid der Qashqai gezeigt werden, eines Stammesverbandes aus dem Süden des Iran:

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Foto: Natalie Rehberger – Nuts Productions & Photography

Die traditionellen Kleider sind immer sehr farbenfroh. Über zwei Schichten Röcke kommt noch ein häufig mit Pailletten bestickter Rock. Darüber wird eine lange, hochgeschlitzte Tunika getragen und eine Jacke mit langen Ärmeln. Die Haare werden meistens offen getragen, jedoch von einem durchsichtigen Tuch, das direkt unter dem Kinn gebunden wird und einem kleinen Mützchen bedeckt.

5. Palästina – ein traditionelles Kleid aus Ramallah

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Foto: Natalie Rehberger – Nuts Productions & Photography; Makeup: Lotus Makeup Artist

Alles, was man auf diesem Bild sehen kann, ist aus Palästina. Die Couch, die Kissen, der Schmuck und natürlich das Kleid. Es fallen sofort die satten Farben auf, die Bestickung und die Liebe zum Detail. Die Stickereien Palästinas – sie würden einen neuen Artikel erfordern, so spannend, so vielfältig sind sie. Das Kleid, das hier gezeigt wird, ist typisch für die Stadt Ramallah und wird auch so bei traditionellen Hochzeiten getragen. Es ist ein so genanntes Himmel-und-Hölle Kleid: die Basis bilden dunkelgrüne und rote Streifen, durchsetzt mit hellen Partien. Im Kreuzstich sind Muster eingestickt an Ärmeln sowie im Brustbereich – die ganze Welt zwischen Himmel und Hölle eingestickt in einem Kleid.

6. Indien

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Foto: Catching Moments; Makeup & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat

Das traditionell indische Kleid besteht aus 2 Teilen: Das bauchfreie Top, genannt Choli, und dem Sari – einem langen Tuch, das als Rock gewickelt wird und dessen reich besticktes Ende über die Schulter geworfen wird. Der Schmuck besteht aus dem Stirnschmuck, der “Tikka”, häufig sehr pompösen und grossen Ohrringen und weiterem Schmuck wie Armbänder, Ringe und Ketten. Eine grosse Besonderheit ist der Haarschmuck aus echten Blüten. Hier auf dem Bild sind es Orchideenblüten. Traditionell werden hierfür Jasminblüten verwendet, wegen des zarten Duftes. Ihren Ursprung hat der Blumenschmuck im Kostüm der indischen traditionellen Tänzerinnen: Die weissen Blüten duften nicht nur, sie symbolisieren die Reinheit.

7. Oman

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Foto: Samantha Reinmuth, SR Photography; Makeup & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat

Das Kleid, das auf diesem Bild gezeigt ist, ist nicht unbedingt ein Hochzeitskleid – es ist ein traditionelles Kleid, das jedoch so auch zu einer Hochzeit getragen werden kann, dann jedoch meistens mit bunten Gewändern und mit viel mehr Schmuck. Das lange schwarze Gewand heisst “Abaya”, der Schal, der locker über das offene Haar drapiert ist, “Sheyla” und die Maske, die für das ganze Khaleegy-Gebiet charakteristisch ist, heisst “Burqa”. Ihren kulturellen Hintergrund hat diese Kleidung bei den Beduinen. Heute wird diese Maske von jüngeren Frauen zu Nationalfeiertagen getragen, von älteren auch häufiger.

8. Bahrein

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Foto: Samantha Reinmuth, SR Photography; Makeup & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat

Dieses traditionelle Outfit aus dem Bahrein, die so genannte “bahreini abaya”, unterscheidet sich von dem omanischen Kleid im Wesentlichen dadurch, dass die Sheyla, das Tuch über den Haaren, nicht durchsichtig ist und unter dem Hals festgehalten wird. Auch hier ist zu betonen, dass es auch im Bahrein zu Hochzeiten wie auch anderen Anlässen sehr bunte Kleider getragen werden und an dieser Stelle nur ein Überblick über die Traditionen geboten werden kann. Jedes Land, das hier durch die Kleider repräsentiert wird, würde bezüglich seiner Traditionen für die Kleider wahrlich Bücher füllen.

9. Marokko – die Takschita

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Foto: Corina Richter – Corina Richter Photography; Makeup & Hair Artist: Farida El-Atiaoui – fem-beauty

Das traditionelle Hochzeitskleid auf diesem Bild ist die “Takschita”. Es handelt sich dabei um eine Art sehr reich bestickten Kaftan in kräftigen Farben, der von einem breiten, ebenso kostbar glitzerndem Gürtel in der Taille gerafft wird. Der Schmuck ist ebenfalls sehr reich: Grosse Ohrringe, eine wunderschöne Halskette und Armbänder wie auch ein Diadem gehören dazu. Besonders fällt der weisse Schleier im Haar auf, der bei Hochzeiten wie in den westlichen Ländern getragen wird. Bei der Takschita, wie sie hier auf dem Bild dargestellt ist, handelt es sich eher um eine moderne Tradition. Die Kleider der marokkanischen Berber sehen anders aus – sind aber ebenfalls wunderschön.

10. Kurdistan

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Foto: Corina Richter – Corina Richter Photography; Makeup & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat

Bei einer kurdischen Hochzeit, von denen Stella Grammling selbst mehrere als freie Traurednerin begleiten durfte, ist es meistens so, dass die Braut wie auch die meisten Gäste zu Beginn Kleider tragen, die auch auf westlichen Hochzeiten üblich sind: also weisses Brautkleid und festliche Abendkleider bei den Gästen. Bei der Feier jedoch tauschen sie oft die Kleider zu den traditionell kurdischen Kleidern. Diese sind immer sehr bunt und bestehen aus vielen Schichten. Unter dem Kleid trägt man eine weite Hose. Darüber wird ein Kleid getragen bestehend aus einem undurchsichtigen Unterkleid und einem oft aus glitzerndem, durchsichtigen Material bestehenden Überkleid. Das Überkleid hat meist sehr lange, dreiecksförmige Ärmel. In der Taille wird das Kleid durch einen breiten, reich verzierten Gürtel gehalten.

11. Pakistan – das Kleid zum Hennaabend

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Foto: Viktoria Knittel, Viktoryphoto; Makeup & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat

Nach pakistanischer Tradition wird eine Hochzeit über mehreren Tagen gefeiert. Einer dieser Tage ist der Hennaabend. An diesem wird die Braut mit den traditionellen Hennamalereien an den Händen bemalt. Der Schmuck besteht aus echten Blumen – die Tikka sowie auch die Ohrringe. Auch in den Haaren werden echte Blumen eingeflochten. Traditionell ist das Kleid für den Hennaabend in Erdtönen, gelb oder grün. Heute werden oft hellere Farben getragen – lila und orange sind zum Beispiel sehr beliebt.

12. Pakistan – das Kleid zur Nikkah, der Eheschliessung vor dem Imam

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Foto: Viktoria Knittel, Viktoryphoto; Makeup & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat

Heute werden solche weissen Kleider zur Nikkah, der Trauung vor dem Imam getragen. Ihren historischen Ursprung haben sie in der Mogulzeit. Diese Kleider sind sehr schwer, da sie eine reiche Bestickung haben. Über dem bestickten Unterrock ist ein langes Überkleid. Auch der Brautschleier hat durch die Bestickung ein enormes Gewicht. In Pakistan variiert die Mode dadurch, dass das Oberkleid mal kurz ist, mal so lang das es eine Schleppe hat.

13. Pakistan – das traditionell rote Hochzeitskleid

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Foto: Corina Richter – Corina Richter Photography; Makeup & Hair: Shan Wurstmacher, Soorat

Dieses prächtige rote Kleid hat seine traditionellen Wurzeln im indischen Kulturraum und wurde in die pakistanischen Traditionen hinein übernommen. Es besteht aus einer weiten Hose und einem Überkleid, das über und über mit Strass bestickt ist.

Wir danken Stella Grammling für diesen sehr interessanten Einblick in die Hochzeits-Kulturen anderer Länder!